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Beyond Pixel ...

unter diesem Label entstehen Bilder, die neue Aspekte und Bezüge im digitalen Produktions- und Abbildungsprozess zum Inhalt haben bzw ins Bewusstsein rücken wollen. Die Wirklichkeit der Pixelwelt hinter der Wirklichkeit der Abbildung finden. In der zweiten Dimension die dritte aufspüren und fremde, sperrige Welten finden.

Durch Überlagerung und Collage die Redundanz des Betrachtens herausfordern.

Technische Unzulänglichkeiten und Fehler sind die Grundlage einer neu konstruierten Welt.

 


Serie »Fehleroffenbarungen«

Die Ästhetik der Fehler
In meinem Bilderzyklus »Fehleroffenbarungen« zeige ich Fotografien, die als solche kaum mehr eindeutig zu identifizieren sind. So stark hat die Abstraktion durch extreme Ausschnittwahl und digitaler Bearbeitung zugeschlagen, dass man sich teilweise eher an malerische Prozesse im Stil des Konstruktivismus, Farbfeldmalerei oder De Stijl erinnert fühlt. Aber es handelt sich um eine andere Angehensweise und Intention: Ausgehend von extra generierten Computer-Bildschirmfehlern versuche ich der Welt der Pixel eine neue Bedeutung zu geben.

Was machen diese Pixel?

Diese unvermeidliche Frage stellt sich natürlich schnell ein. Ausgehend von dem an sich sperrigen Grundmaterial (Bildschirmfehler) arbeite ich Formen, Farben und Flächenbezüge der Motive heraus, gebe der 2-dimensionalität der Vorlagen mittels vorsichtiger Digitalbearbeitung Tiefe bzw. Volumen und schaffe damit neue Assoziationsräume.


Teilweise kontrastiere ich mit scripturalen Elementen oder auch realen Bild-Bezügen. So ähnlich das Ausgangsmaterial der fehlerhaften Abbilder, so unterschiedlich sind die künstlerischen Resultate. Ich zeige hier eine Welt hinter der abgebildeten Welt, es offenbart sich eine Ästhetik im ursprünglich Fehlerbehafteten.

Konsequente Entwicklung

Diese neue Darstellungsform ist Teil einer konsequenten Entwicklung, die schon in meiner analogen Fotografie ihren Ursprung hat. Ob in der Formensprache und Lichtführung meiner in klassischer Technik entstandenen, 20 Jahre alten SW-Baryt-Abzüge oder in der Verhärtung digitaler Fotografien zu Radierungen, immer sind die abgebildeten Objekte ungeordnete, nebensächliche, beinahe hässlich zu nennende Ursprungsmotive, die eine Umpolung bzw. Neuausrichtung erfahren und neue, ihnen bis dahin unbekannte Geschichten erzählen.


Axel Schuch (Jg. 62): ich fotografiere, zeichne und male seit mehr 35 Jahren und habe Fotodesign an der FH Dortmund studiert. Seit 22 Jahren führe ich eine eigene Werbeagentur »schuch@work«, mittlerweile ansässig in Recklinghausen.